Offroad-Achsen für Kippauflieger: Warum Bodenfreiheit allein nicht entscheidend ist
- Datum: 18.08.26
„Ein Kipperfahrer wird einen großen Brocken möglichst mit der Fahrzeugmitte überfahren oder direkt mit dem Rad darüber rollen“, sagt Rhein. „Um Schäden am Fahrwerk zu vermeiden, ist neben einer vorausschauenden Fahrweise also die Bodenfreiheit in der Achsmitte entscheidend. Diese ist vor allem von der Radgröße abhängig und unterscheidet sich im Wettbewerbsumfeld nicht wesentlich“, erklärt er. Dagegen ist es unwahrscheinlich, dass der Fahrer Geröll direkt am Rad überrollt und es dort den Bremszylinder beschädigen kann. „Dieses Bauteil ist nah am Rad verbaut und liegt damit in einem weniger gefährdeten Bereich“, so der Spezialist.
In diesem Fall wären unabhängig von der Marke der Trailer-Achse und der Einbausituation des Bremszylinders andere Komponenten mehr gefährdet. Dazu zählt vor allem der Achslift, den Kippauflieger in der Regel an der ersten Achse haben, um die Traktion der Zugmaschine auf schwerem Untergrund abhängig von der Beladung zu optimieren. „Es ist oft der Lift und nicht der Bremszylinder, der am nächsten zum Boden ist“, sagt der BPW Produktexperte. Während andere Anbieter einen Lift mit Faltenbalg verwenden, setzt BPW als einziger Hersteller auf einen Membranzylinder. „Unsere Erfahrung zeigt, dass Faltenbälge beim Offroad-Einsatz schneller verschleißen beziehungsweise beschädigt werden als der Membranzylinder“, erläutert er.

Warum Offroad-Achsen hohen Querkräften standhalten müssen
Rhein rät zudem dazu, die Anforderungen an das Kipperfahrwerk nicht auf die Bodenfreiheit zu reduzieren. „Es gibt Situationen in Baustellen oder Steinbrüchen, die für das Trailer-Fahrwerk viel größere Herausforderungen bieten. Dort ist der Wendeplatz meist knapp. Kipper müssen oft scharf abbiegen, und Fahrer ziehen den beladenen Auflieger beim Rangieren mit einem Knickwinkel von bis zu 90 Grad quer, oft auch mit gelifteter Achse. Dabei wirken enorme Scherkräfte auf das Trailer-Fahrwerk. Eine insgesamt widerstandsfähige Konstruktion macht ein gutes Fahrwerk aus. Das stellen wir mit umfangreichen Produkttests sicher“, erläutert der BPW Experte.
Die passende Offroad-Achse für Kippauflieger finden
BPW bietet für den Offroad-Einsatz verschiedene Fahrwerke an. „Abhängig vom Nutzungsverhalten empfehlen wir entweder die Aggregate ECO Air oder Airlight II (AL II)“, erklärt Bernd Rhein. Beide genügen höchsten Anforderungen. „ECO Air Fahrwerke werden bis neun Tonnen Achslast eingesetzt und decken normale Offroad-Anforderungen sicher ab. Verstärkte AL II-Fahrwerke bieten neun bis zwölf Tonnen Achslast und sind hochbelastbar, auch bei schweren Einsätzen hinter Zugmaschinen mit mehr als einer Antriebsachse. Sie sind somit die Alleskönner im BPW Portfolio und sowohl für Fahrzeuge, die überwiegend auf der Straße zum Einsatz kommen und gelegentlich einen Straßenfertiger bedienen oder auf Baustellen und in Gruben fahren, geeignet. Für beide Produktgruppen bietet BPW zusätzlich spezielle Heavy-Duty-Bauteile wie besonders robuste Stoßdämpfer und Luftfederbälge mit verstärkten Balgplatten an.
Große Räder schützen Trailer-Achsen
„Flottenbetreiber, deren Sattelzüge vor allem abseits befestigter Straßen zum Einsatz kommen und die das Fahrwerk bestmöglich schützen wollen, sollten möglichst große Räder nutzen. Das ist grundsätzlich der effektivste Schutz der Trailer-Achse vor Beschädigungen“, rät der Ingenieur.
Weniger Standzeiten und niedrigere Betriebskosten durch wartungsfreundliche Trailer-Achsen
Für alle Flottenbetreiber, die genau rechnen, hat Bernd Rhein noch einen weiteren Tipp: „Achten Sie auf die Aufwendungen für Wartung und Reparatur!“, sagt er. Eine servicefreundliche Konstruktion verringert Standzeiten und optimiert die Betriebskosten (TCO). „Hier ist das modulare Konzept von BPW, das den gezielten und schnellen Tausch einzelner Bauteile ermöglicht, ein entscheidender Vorteil“, argumentiert Rhein. Weiterhin lassen sich zum Beispiel beim Service an der Scheibenbremse am Dreiachsaggregat bis zu zwei Stunden gegenüber vergleichbaren Produkten sparen: durch die integrierte Naben-Abziehvorrichtung nach dem BPW ECO Prinzip und durch die Möglichkeit, die Bremsscheibe ohne Demontage des Bremssattels zu tauschen.
Mit der hohen und tendenziell weiter steigenden Nutzungsdauer von Kippaufliegern gewinnt der Werterhalt zunehmend an Bedeutung. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit ist nicht allein der Kaufpreis, sondern vor allem, welchen Restwert das Fahrzeug nach vielen Einsatzjahren noch erzielt. Wichtig dafür ist auch ein dauerhafter Korrosionsschutz, den BPW mithilfe von KTL-Lackierung mit serienmäßiger Zinkphosphatierung gewährleistet, sowie die BPW ECO Plus Garantie über fünf plus drei Jahre ohne Kilometerbegrenzung auf Nabe, Radlagerung, Achskörper, Achseinbindung und Stützen. Fünf Jahre gibt es für Lenkerfeder bzw. Gusslenker mit Buchse und den Bremssattel, drei Jahre für Bremszylinder, Luftfederbalg und Dämpfer.
Und mit maßgeschneiderten Wartungsverträgen sind für bis zu acht Jahre sämtliche Wartungen und verschleißbedingten Reparaturen am kompletten Fahrwerk, Elektrik, EBS-Modulator sowie Stützbeine inkl. einer europaweiten 24/7-Pannenhilfe abgedeckt. Abgerundet wird das Angebot mit einer lückenlosen digitalen Fahrzeugakte einschließlich automatisierter Erinnerungsfunktion an fällige Servicetermine.
Leichtbaukomponenten erhöhen Nutzlast und Transporteffizienz
Die Achsen von BPW zählen zu den leichtesten im Markt. Mit einzelnen Komponenten lassen sich weitere 54 Kilogramm Nutzlastvorteil im Dreiachsaggregat erzielen, die sich für den Fahrzeugbetreiber schnell bezahlt machen. „Das BPW Produktprogramm ist gerade in diesem Transportsegment umfangreich. Daher bieten wir allen Kunden eine umfassende Beratung an. Diese sollten sie nutzen, wenn sie die Lebenszeit des Trailers maximieren und seine Betriebskosten minimieren wollen“, resümiert Bernd Rhein.
