Brexit-Bremswirkung
- Datum: 06.10.25
Von Caren Freudenberg, Produktmanagerin Trailer Solutions & Mobility Services bei BPW
"Der Brexit hat die Anforderungen an Bremsleistungsprüfungen von Trailern in Großbritannien deutlich verschärft. Die DVSA verlangt strengere Nachweise als im EU-Raum – mit spürbaren Folgen für Transportunternehmen und Trailerhersteller."
EBPMS oder BPM? Zwei Systeme, zwei Welten
Im Zentrum der Veränderung steht die verpflichtende regelmäßige Prüfung der Bremsleistung im beladenen Zustand des Trailers durch sogenannte Roller Brake Tests (RBTs) – wobei mindestens vier Prüfungen jährlich vorgeschrieben sind. Das ist nicht nur kosten- und zeitintensiv, sondern erfordert eine exakte Planbarkeit und Verfügbarkeit der Fahrzeuge. Genau hier bietet moderne Fahrwerkstechnik eine überzeugende Lösung: das Electronic Brake Performance Monitoring System (EBPMS).
Das EBPMS überwacht die tatsächliche Bremsleistung eines Trailers in Echtzeit. Die Daten werden kontinuierlich aufgezeichnet, analysiert und können mittels Telematik direkt an den Flottenmanager übermittelt werden. Die britischen Behörden erkennen diese Form der kontinuierlichen Überwachung mittlerweile offiziell an. Trailer, die mit EBPMS ausgestattet sind, können die Notwendigkeit des Roller Brake Tests auf einmal jährlich im Rahmen der jährlichen MOT-Überprüfung (vergleichbar mit der Hauptuntersuchung in Deutschland) reduzieren – ein enormer Vorteil in puncto Compliance, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit.
In der EU hingegen sind engmaschige Bremsenprüftests gesetzlich nicht verpflichtend, dennoch gibt es den Brake Performance Monitor (BPM), um die Bremsleistung des Trailers kontinuierlich zu überwachen – eine etwas einfachere, aber bewährte Lösung. Auch hier werden die Bremsdaten aus dem EBS kontinuierlich ausgewertet, allerdings nicht basierend auf individuellen fahrzeugspezifischen Bremsparametern, sondern mittels Schätzwerten. Für Trailer-Hersteller und Transportunternehmen, die ausschließlich im EU-Raum operieren, ist der BPM damit ein praktisches Instrument zur Steigerung der Transportsicherheit und Wartungsoptimierung.
BPW: deutsches Unternehmen mit britischem Knowhow
Als führender Anbieter intelligenter Fahrwerkstechnologie ist BPW durch eine eigene Tochtergesellschaft seit Jahrzehnten auch auf dem britischen Markt tief verwurzelt – mit eigener Entwicklung, Produktion und Netzwerk an Kunden und Partnern. In enger Abstimmung mit der DVSA hat BPW Limited dort das Electronic Brake Performance Monitoring System eingeführt und kontinuierlich weiterentwickelt.
Von dieser langjährigen Erfahrung profitieren nicht nur Kunden aus UK, sondern auch alle, die mit unserer neusten Fahrwerkgeneration iC Plus unterwegs sind. Sie vereint Fahrwerkstechnik mit Telematik und intelligenten Services wie dem digitalen Wartungskalender und dem Brake Performance Monitor für ein reibungsloses Wartungsmanagement
Zukunftsweisende Entwicklungen: Einzelradüberwachung statt Gesamtwert
Während EBPMS heute die Messlatte für die gesetzeskonforme Überwachung der Bremsleistung am Trailer in UK darstellt, antizipiert BPW bereits eine Verschärfung des Gesetzes: Die nächste Entwicklungsstufe wird die Überwachung der Bremsleistung auf Ebene einzelner Radstationen ermöglichen – statt wie bisher den Gesamtwert des Anhängers auszuwerten. Erste Testreihen laufen, die Experten von BPW Limited sind eng in die regulatorischen Entwicklungen eingebunden.
Fazit: Compliance und Effizienz sind kein Widerspruch Wer als Transportunternehmer oder Trailerhersteller auch künftig erfolgreich im britischen Markt bestehen will, braucht mehr als nur Technik – er braucht einen Partner, der mitdenkt. Unsere Tochtergesellschaft BPW Limited bietet mit EBPMS nicht nur eine technologische Lösung für die heutigen Anforderungen und entsprechende Serviceleistungen, sondern ist auch auf zukünftige Verschärfungen vorbereitet. Und für den EU-Raum bietet der Brake Performance Monitor eine smarte Alternative.



